Presseberichte zu unserem Verein

 

Rodgauer Chöre und Musikvereine beweisen Fantasie und viel guten Willen

Mehr als erfinderisch

 

 

 

 

 

 

 

Auszüge aus dem Presseartikel

„Bei der ersten Online-Probe hat man richtig gemerkt, wie allen das Herz aufgegangen ist“, erzählt Sigrun Kraus vom Gesangverein Germania in Dudenhofen. Seit Ende Januar probt der gemischte Chor „Mixed Generations“ per Videokonferenz. Chorleiter Alexej Gubin sitzt am Klavier und singt vor – und alle anderen singen zuhause mit. Der einzige Unterschied zur normalen Probe: Die Choristen sind nicht zu hören. Sie schalten ihre Mikrofone auf stumm, weil die Tonsignale im Internet nur verzögert übertragen werden. Dadurch fehlt nicht nur das gemeinsame Klangerlebnis: Der Chorleiter kann auch keine Fehler hören und korrigieren.

Dennoch sind die Sänger begeistert. „Obwohl jeder alleine singt, lernt man sehr viel dabei“, sagt Winfried Mahr. „Es ist ein sehr intensives Proben, weil wir wirklich eine Dreiviertelstunde singen“, ergänzt seine Chorkollegin Irmtraud Nenner. Die Mixed Generations haben ihre Probenzeit dienstags von 19 bis 22 Uhr so aufgeteilt, dass jede Stimmlage einzeln übt. Auf diese Weise ist es möglich, sich neue Stücke zu erarbeiten, zum Beispiel das „And So It Goes“ von Billy Joel oder ein Beatles-Medley. Der Chorleiter verschickt MP3-Dateien zum Üben daheim.

„Gesang und Geselligkeit“ hat sich der Gesangverein Germania auf die Fahne geschrieben. Das funktioniert auch im Internet: Während eine Stimmgruppe probt, treffen sich die anderen in einem virtuellen Konferenzraum. Am Fastnachtsdienstag zum Beispiel trafen sich die Sänger im Kostüm und mit einem Glas Sekt.

Ob Orchester oder Chor: Amateurmusiker müssen sich im Corona-Lockdown mehreren Herausforderungen stellen. Sie wollen ihr Publikum nicht verlieren sowie ihr künstlerisches Niveau halten und ihre Mitglieder bei der Stange halten. Veranstaltungen sind notwendig, um laufende Ausgaben zu bestreiten. Etwa das Honorar des Dirigenten. Für die meisten Gesang- und Musikvereine ist es selbstverständlich, ihre musikalischen Leiter auch im Lockdown zu beschäftigen. Winfried Mahr: „Wir haben auch eine soziale Verantwortung.“

„Vereine, die nur die Tradition verwalten, werden sich nicht halten können“, sagt Winfried Mahr vom Gesangverein Germania. Das gelte nicht nur in Pandemiezeiten. Vorstandskollegin Sigrun Kraus ergänzt: „Die Vereine sterben, wenn sie die Strukturen nicht zusammenhalten können.“ Deshalb denkt sie auch an die Sänger des Germania-Männerchors, die für Online-Proben zu alt sind: Sie dürfen sich in den nächsten Tagen auf ein Überraschungspäckchen freuen.